Frau Kanzler weiß von nix

Erstellt: 20.11.2013  Lesedauer 2 - 3 Min.

Heute morgen erzählt der Radiosprecher von einer Truppe, die Flüchtlinge aushorcht und die Erkenntnisse dann freundschaftlich mit den Amerikanern teilt. Und die machen daraus GPS-Koordinaten für Drohnen.

Gerade bei NDR2 gefunden (vermutlich nur zeitlich begrenzt erreichbar, deshalb hier als Screenshot)

Der Klopfer schlechthin ist, dass die Truppe dem Bundeskanzleramt unterstellt ist. So wollen das jedenfalls Journalisten herausgefunden haben. Da frag ich mich prompt, was man von einer Regierungschefin halten muss, die offenbar nicht mal weiß, dass die eigene Truppe mit denen kollaboriert, die ihr Telefon im Überwachungsranking mutmaßlich ganz oben stehen haben. Bzw. stehen hatten; sie machen es ja nicht mehr. Haben sie jedenfalls gesagt.

Andererseits ist ja ein vielzitierter Spruch, dass man als unbescholtener Bürger nichts zu befürchten habe. Da geht Angie tapfer voran, von ihr geht offenbar keine Gefahr aus, sonst wäre sie da sicherlich deutlich nervöser. Wobei die Drohnen wahrscheinlich ein paar white areas haben, in die sie nicht einfliegen, damit nicht versehentlich jemand weggeputzt wird, der als Bückling-Macher gut gelitten ist. Wer weiß, was nachkäme. Immerhin hat die jüngere Geschichte deutlich gezeigt, dass bei von Amerikanern weggeräumten Despoten nichts Besseres nachkommt. Zumindest nicht für die Menschen, die in den jeweiligen Gebieten leben. Ich kann aber nicht ausschließen, dass ich da eine einseitige Sicht auf die Dinge habe. Für irgend wen hat es sicher einen Nutzen. Und wenn es nur die privaten US-Firmen sind, die dann in diesen Ländern Sicherheit verkaufen. Zumindest an die, die es sich leisten können.

Womit ich Angie aber keinesfalls als Despot bezeichne. Das sind ja Leute, die was machen. Meistens böse, aber in jedem Fall in irgend einer Form aktiv. Über den Tag macht Angie sicher ebenfalls irgend etwas. Was, bleibt allerdings für den Normalbürger das große Geheimnis. Mal hier mal dort gibt sie Parolen aus, aber wenn ich mir die Koalitionsverhandlungen ansehe, packt mich das kalte Grausen. Sieht so Führungsstärke aus? Wobei das natürlich ebenfalls eine despotische Fähigkeit ist, womöglich hält Angie deshalb so großen Abstand davon. Führungsstärke, Führung, Führer: hatten wir schon, wollen wir nicht wieder. Wobei ein im ursprünglichen Sinn sehr positives Wort nichts dafür kann, dass ein Super-Arschloch es in Verruf gebracht hat.

Uns Kanzlerin macht eher auf Pokerface, weiß von nix und webt im Hintergrund ihre Netze, in denen sich die andern verfangen und deshalb nicht an sie heranreichen. Wie eine Spinne sitzt sie in der Netzmitte und wartet einfach. Das Futter kommt von ganz alleine. Wenn es zu groß ist, gibt das Netz nach, da wird dann fix ein neues geknüpft. Wenn es klein genug ist, lässt sie es zappeln oder frisst es. Was gerade opportun ist. Was rundherum passiert, interessiert nicht — zumindest hat es den Anschein. Die Voraussetzung für ein — nach außen hin — glaubwürdiges Dementi.

Allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass die Frau lange nicht so doof ist, wie sie häufig rüber kommt. Von nix kommt nix. Vor allem, wenn man es ohne Frauenquote bis an die Spitze schafft. In einer Männerdomäne. Immerhin haben sie sich in der Koalition jetzt auf eine Quote (30%) verständigt, die im neuen Bundestag sogar überschritten wird (~36%). Einfach lange genug drauf gewartet und tief genug angesetzt, so ist die Spi…, äh, Kanzlerin damit nicht angreifbar.

Chancengleichheit und Quoten

Statistisch gibt es mehr Frauen als Männer. Wenn schon Quote, dann doch sinnvollerweise an der Normalverteilung orientieren. Oder geht es um was anderes? Natürlich!

Eine Frauenquote ist das Synonym für das Eingeständnis, dass die im Grundgesetz vereinbarte Chancengleichheit offenbar niemanden interessiert. Denn weder Frauen noch Männer werden durch eine Geschlechterquote schlauer oder dümmer, bzw. sind deshalb für eine bestimmte Position besser oder schlechter geeignet oder bekommen für gleiche Arbeit das gleiche Geld. Quoten sorgen eher dafür, dass man sich mit weniger zufrieden geben muss, als man haben könnte.

Die Annahme bei gleicher Qualifikation werden Behinderte (oder Frauen) bevorzugt eingestellt verkennt, dass gleiche Qualifikation etwa so präzise beschreibend ist, wie heute ist es kalt. Also beliebig dehnbar ist. Behinderte können gegenüber Frauen zumindest mit dem steuerlichen Vorteil für den Arbeitgeber winken, weshalb das — mutmaßlich — überhaupt funktioniert. Was die Chancengleichheit für den Unbehinderten, der so ausgestochen wird, ebenfalls in ein anderes Licht rückt und die vermeintliche Rücksicht gegenüber Behinderungen relativiert. Wobei mir bisher nicht bewusst war, dass weibliche Oberweite eine Behinderung darstellt. Könnte man bei diesem fragwürdigen Gerangel aber fast meinen.

Wenn stellt man dann eigentlich ein, wenn sich ein Behinderter und eine gleichqualifizierte behinderte, aber schwangere Frau bewerben?