Hurra, ein neues Treibhausgas!

Erstellt: 12.12.2013  Lesedauer 2 - 2 Min.

Forscher haben einen neuen Feind entdeckt. Perfluortributylamin. Das war bisher gut, also zumindest an nichts schuld, sondern nur das böse CO2. Das hat bisher völlig ausgereicht für präzise Vorhersagen aller Wetterunbill der nächsten Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte.

Allein: Wenn da jetzt ein neues, schlimmes Gas ist, wie konnten dann die vorherigen Studien so verbindlich wissen, was passiert? Da hat doch offenkundig eine — den aktuellen Meldungen zufolge — wesentliche Komponente in den Überlegungen bisher gar keine Rolle gespielt.

Das muss natürlich gleich erforscht werden. Studie ist das Zauberwort. Die ist auch dringend nötig, denn auf der oben zitierten Seite gibt es eine umfassende Erklärung, wie der Treibhauseffekt entsteht, da kommt aber Perfluortributylamin gar nicht drin vor. Dafür weiß man in Österreich schon, wer schuld ist. Ohne Studie. Ebenfalls ohne Studie weiß man da ebenfalls, dass PFTBA1 7100x schlimmer ist, als CO2. Aber man will das jetzt erst mal näher untersuchen.

Wenn ich mir das so durchlese, frage ich mich, ob das die Schreiber ebenfalls getan haben. Da werden munter Sachen aneinandergereiht und als Fakten verkauft, die woher auch immer schon bekannt sind bzw. sein sollen, aber gleichzeitig erst mal geprüft werden müssen. Wenn man — vermeintlich — weiß, dass etwas 7100x schlimmer ist, dann hat man doch schon eine belastbare Zahl, mit der sich die deshalb zwangsläufig falschen Klimamodelle2 neu füttern und rechnen lassen. Wozu also eine Studie? Und wenn man erst mal genauer untersuchen muss, was es eigentlich macht, woher weiß man dann, dass es so viel schlimmer ist?

Vermutlich steckt in all diesen Teilinfos jeweils ein Stückchen Wahrheit. Allerdings wird durch das frisch-fröhliche Verarbeiten im redaktionellen Mixer von populärwissenschaftlichen Redaktionen eine krude Suppe daraus. Bei genauerer Betrachtung fehlt allen Artikeln das, was ich als kritisches Hinterfragen kenne. Da wird über etwas berichtet, aber niemand stellt beispielsweise die Frage, was man denn dann von den bisherigen Behauptungen der Klimaforscher halten muss, die seit Jahren Panik verbreiten, aber gar nicht alles wussten — und sehr wahrscheinlich noch sehr lange nicht alles wissen werden. Natürlich muss ich mit dem, was ich heute weiß, für die Zukunft arbeiten. Soweit ist das völlig in Ordnung. Ich kann mich allerdings noch gut daran erinnern, dass in meiner Kindheit diverse Forscher vor einer neuen Eiszeit gewarnt haben, die jetzt die Klimaerwärmung verkünden. Propheten im Wandel der Zeit. Genauer: Die Propheten folgen dem Geld. Nämlich den Forschungsgeldern für Studien, die irgendwer finanzieren muss, der damit — sehr wahrscheinlich — irgendwelchen Interessen folgt, die jedoch selten bis nie vorne auf dem Deckblatt des Forschungsergebnisses stehen. Deshalb wäre es schön, wenn Klima-Erkenntnisse nicht jedes Mal eine absolute Meinung bilden würden, die als eine „Wahrheit“ verkauft wird, die es gar nicht sein kann.


1Die ebenso unaussprechliche Abkürzung für Perfluortributylamin.  

2Zumindest könnte man das unterstellen, denn aufgrund der neuen Entdeckung kann das Bisherige ja gar nichts anders als falsch sein, oder?