Ganz ohne Internet

Erstellt: 26.01.2014  Lesedauer 1 - 2 Min.

Es gibt tatsächlich noch Unterhaltungselektronik, die keinen Internet-Zugang hat. Ich habe jedenfalls so ein Kleinod gefunden und bin richtig glücklich damit.

Ich spreche von einem „Küchenradio“. Erst mal nix spannendes, denn da ist der Anspruch definiert: Soll ein paar Stationen zwecks Auswahlmöglichkeit sauber empfangen und wohlklingend abspielen. Was nach so einfachen Spezifikationen klingt, ist im konkreten Fall nicht ganz so trivial. Denn der vorgesehene Aufstellungsort ist „UKW-resistent“, genau dort lässt sich kein vernünftiger UKW-Empfang realisieren.

Bisher wurde das mit einem im Fritz!Phone integrierten Stream gelöst. Der Schönheitsfehler: Wenn jemand anruft, muss das Telefon abgedübelt und hinterher wieder alles zusammengesteckt werden. Für den, der telefoniert, weniger ärgerlich als die ungewollte Stille für andere Anwesende.

Die Lösung war das Lenco DR-05 BT. Ist ein gerade im Trend liegendes Retro-Radio, mit technisch aktuellem Innenleben. Neben dem UKW-Empfang, der zur großen Überraschung mit diesem Teil selbst bei unseren schwierigen Bedingungen vergleichsweise gut funktionerte — mit Sendern, von denen ich gar nicht wusste, dass wir die hier empfangen können — gibt es auch DAB+. Mit deutlich reduzierter Senderauswahl (vorzugsweise öffentlich-rechtlich), aber dafür ohne Rauschen. Was das betrifft, stimmt die Werbung der GEZ-Sender.

Als Reminiszenz an den Stand der Technik gibt es einen USB-Steckplatz, der im Widerspruch zur Dokumentation nicht nur auflädt, sondern auch abspielt, sowie Bluetooth. Kein WLAN, kein Internet. Braucht es auch nicht, denn der originäre Anwendungsfall „Radio hören“ wird ausgezeichnet erfüllt. Aus dem kleinen Kistchen kommt ein überraschend voluminöser Klang. Da hat sich jemand Mühe beim Berechnen der Bassreflex-Box gemacht und ein solides Gehäuse drumherum (sieht leicht aus, aber das täuscht) spendiert. Das zahlt sich aus. Das Teil macht richtig Spaß.