Wenn es dunkel wird, hilft Feuer

Erstellt: 28.09.2014  Lesedauer 2 - 3 Min.

Die letzten Wochen waren von einigen privaten Ereignissen begleitet, die ich hier nicht thematisieren will. Wobei das — indirekt — mit der Stille dokumentiert ist, die hier herrschte. Nur so viel: Große Freude und tiefe Trauer können manchmal verdammt eng beieinander liegen.

Was im ersten Augenblick etwas Unerbittliches hat, ist gleichermaßen tröstlich: die Erde dreht sich weiter. Trotzdem. Das erdet im Wortsinn. Denn wenn wir alle im Augenblick größter Freude oder Trauer die Welt anhalten könnten, was wäre dann wohl. Subjektiv dreht sich sich nun ein bisschen anders, aber sie dreht sich. Zum Glück.

Passenderweise geht es mal wieder mit großen Schritten Richtung dunkler Jahreszeit. Momentan entschädigt uns ein grandioser Sonnenschein für ein eher durchwachsenes Jahr. Wettertechnisch betrachtet. An der stetig länger werdenden Dunkelphase ändert das jedoch nichts. Ebensowenig wie die offizielle Winterzeit, die uns Ende Oktober vorgaukeln soll, es wäre morgens wieder früher hell und abends später dunkel.

Das ursprüngliche Konzept des Energiesparens ist zwar mittlerweile hinreichend als eher das Gegenteil dokumentiert, aber wir unterwerfen uns dem Uhren-Diktat. Was zumindest im Sommer für alle, die sich gern draußen aufhalten, durchaus Charme hat. Für Stubenhocker ist Uhrzeit ein reiner Synchronisationsparameter. Beispielsweise für das Fernsehprogramm.

In der Jahreszeit mit längerer Dunkelheit gewinnt das auch für mich eine höhere Relevanz. Allerdings ist der Ausblick darauf bis auf wenige, zählbare Lichtblicke eher ein weiterer Grund, weshalb der Sommer die bessere Jahreszeit ist. Da kann man sich dem Elend leichter entziehen.

Aber wie ganz früher in der Höhle, kann ich mir jetzt ein Feuer machen. Denn ich war dank des Hinweises meines Bruders einer von den Schnellen und damit Glücklichen, die bei Amazon eine Fire TV Box für 49 € schießen konnten. Wobei der Preis zwar eine netter Seiteneffekt, der Umstand, dass die Box schon angeschlossen im Regal steht, aber viel relevanter ist.

Die Aussicht, dass ich damit der öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Informations- und Unterhaltungseinöde entfliehen kann, hat etwas Kraft spendendes. Wenn schon vor der Flimmerkiste, dann zumindest mit einem Programm, das meine Interessen und Neugierden bedient.

Die größte Überraschung war, dass man technische Geräte doch so bauen kann, dass es einfach funktioniert. Ein kleines Hilfevideo vorweg und los. Sehr beeindruckend. Ob die verfügbare Auswahl über den Winter hilft, lässt sich noch nicht verbindlich sagen. Es ist erwartungsgemäß einiges dabei, das bereits im Vorfeld bei RTL & Co. meinerseits durch das Raster gefallen ist. Allein die Werbefreiheit reißt es nicht raus.

Dennoch steht bereits fest, dass die angekündigte Prüfung meiner Prime-Mitgliedschaft in der ersten Runde zugunsten von Amazon ausfällt. Sicherlich wird sich noch zeigen müssen, ob es alleine aufgrund der Mitgliedschaft bereits ein hinreichendes Sortiment gibt. Oder ob dann doch überwiegend ein Geld nachschießen erforderlich wäre (oder wird), damit das Angebotene tatsächlich genutzt werden kann.

Jedenfalls vertreibt es dunkle Gedanken und lässt hoffen, dass die kommenden dunklen Monate vielleicht etwas schneller und heller vorbei gehen, weil sich die Zeit mit dem Feuer aus Amazonien leichter herumbringen lässt. Wie schon gesagt: sie dreht sich einfach weiter. Aber subjektiv sind die Dinge dann doch etwas komplizierter.