Lichtblicke

Erstellt: 29.04.2015  Lesedauer 1 - 2 Min.

Gerade erst habe ich mir die Frage gestellt, was mit anderem Elend ist, das durch die Katastrophe in Nepal überschattet wird. Heute morgen beginnt der Tag mit einer diesbezüglich schönen Meldung.

So berichtet die Tiroler Tageszeitung, dass in Nigeria 300 Frauen und Mädchen wieder frei sind. Ob es die sind, die vor rund einem Jahr entführt wurden, ist unklar. Aber es waren Entführte. Also trotzdem gut.Ob es daran lang, dass Präsident Goodluck Jonathan durch jemanden abgelöst wurde, der weniger auf Glück setzt, weiß ich nicht. Ich will nur hoffen, dass dort jetzt durchgezogen wird.

Eine wirklich überraschende und somit unterhaltsame Meldung: Borussia Dortmund steht im Pokal-Finale. Was mich besonders schmunzeln lässt: Sonst stehen Fokus, Spiegel, Welt, etc. bei Google im Suchindex. Dass der BVB die Bayern klatscht, damit hatte dort wohl keiner gerechnet. Die Stunde der Kleinen, wie z.der Osnabrücker Zeitung. Was mir zumindest ansatzweise erklärt, warum jeden Samstag Leute trotzdem in Stadion gehen. Wenn doch vermeintlich Bayern sowieso Meister aller Klassen wird.

Dann noch die wunderbare Farce bei „Die Welt“ zum Besuch von Helmut Schmidt bei Sandra Maisberger. Da sitzt ein fast 100-jähriger Mann, der in der Wahrnehmung mutmaßlich mit brennender Zigarette im Mund geboren wurde. Auf die Frage, ob andere Anwesende dieses Alter erreichen könnten, wird das in Abrede gestellt, weil sie in Helmut´s Rauch sitzen müssen. Blöd halt, dass ausgerechnet der mit der fettesten Schadstoffausbeute — ich tippe, er zieht über Lunge — als geht trotzdem-Beweis daneben sitzt. Sehr charmant, dass er den Verweis auf E-Zigaretten mit „Warum soll ich Dummheiten machen?“ kontert.

Als einer der wenigen deutschen (Ex-)Politiker ist Schmidt in der Lage, dem Umstand Rechnung zu tragen, dass Herr Putin nicht weniger gefährlich als ein Herr Obama ist. Letzterer passt uns halt besser ins eigene Weltbild. Dass Russland sich eine Expansion der EU und damit eine eigene Isolation nur begrenzt gefallen lässt, sei absehbar gewesen.

Letztendlich macht Putin nichts anders als jeder andere Staatsmann, der sein Land bedrängt sieht. Oder ein Konzernlenker, der sich um seine Aktionäre sorgt. Dass Angela lieber mit Worten und Geld statt mit Säbelrasseln argumentiert, ist eventuell dem Umstand geschuldet, dass unsere Armee Gewehr hat, die nicht treffen, Panzer ohne Geschütze und Hubschrauber, die nicht fliegen. Der Allgemeinzustand der Truppe ist anerkantermaßen bemittleidenswert.

Wenn die größte Sorge der Linken dabei die Familienfreundlichkeit der Truppe ist, dann sind wir auf einem guten Weg. Spätestens, sobald Soldat(inn)en mit T-Shirt-Sprüchen der Art „KITA statt KALASCHNIKOV“ Einfluss auf den Wehretat nehmen wollen, dürfte die Wirksamkeit unserer Truppe im Kriegsfall klar beschrieben sein.