Wenn die Realität die Vorstellungskraft übersteigt

Erstellt: 22.09.2015  Lesedauer 1 - 2 Min.

11 Millionen Fahrzeuge. Weltweit. Respekt! Wirklich rundweg alle angelogen.

Das nenn´ ich konsequent. Nicht nur ein bisschen Amis hinter´s Licht geführt, sondern gleich das richtig große Feuerwerk angezündet. Mein neiiin von vorgestern hat eine Ahnung ausgedrückt. Dass es von VW derart unverfroren weltweit durchgezogen wurde, hätte ich dann doch nicht erwartet. Insbesondere, weil es bei uns dank bestens funktionierendem Lobyismus deutlich entspanntere Anforderungen bei den Schadstoff-Prüfungen gibt.

Wenn dafür ebenfalls „Nachhilfe“ erforderlich ist, dürften sich VW-Dieselfahrzeuge bei den von der Bundesregierung angekündigten Prüfungen als wahre Dreckschleudern entpuppen. Wobei es natürlich mit Vorbehalt betrachtet werden muss, dass „die Bundesregierung“ Ihren Verkehrsminister aus der Bild-Zeitung zitiert (s. angegebene Quelle der verlinkten Seite). Dass Herr Winterkorn dabei Herrn Dobrindt „absolute Unterstützung“ zusagt, ist wenig verwunderlich. Wer lodernd brennt, braucht kein Streichholz für eine Zigarrette.

„Technisch die Speerspitze der Welt“ aus dem Mund von Herrn Dobrindt lässt natürlich aufhorchen. Wenn das so belastbar ist, wie seine Aussage, dass die Maut kommt, könnte dass auf massiven Stellenabbau in der deutschen Autoindustrie hinauslaufen.

Was mir weiter spontan durch den Kopf geht:

  • VW könnte es zumindest bei uns leidlich den Hintern retten, dass es in Deutschland keine Sammelklage gibt. Da muss sich jeder angeschmierte VW-Dieselkäufer selbst kümmern.
  • Der Finanzminister könnte jetzt das Messer wetzen und aufgrund der offenkundig gefälschten Zahlen ordentlich Steuer nachfordern, die sich neben dem Hubraum auch am CO2-Ausstoß bemisst.
  • Zur Schadensbegrenzung gibt demnächst ein weiteres „VW-Gesetz“ auf Bundesebene. Was drin steht, müssen die Lobyisten noch aushandeln. Zugunsten der VW-Diesel-Fahrer dürfte es allerdings wohl kaum ausfallen.
  • Was macht wohl der Aufsichtsrat von VW? Da sitzt ja auch (s. VW-Gesetz) der niedersächsische Ministerpräsident mit drin. Da wird sich die Opposition sicher nicht lange bitten lassen… .