Schluckbeschwerden?

Erstellt: 24.02.2016  Lesedauer 2 - 3 Min.

Statt verbrauchter Energie zurück, bringt Mars Plastikstücke mit. Energetisch völlig wertlos, weil unverdaulich. Aber daraus lässt sich was für die Schlagzeilen zimmern.

Dass Schokoriegel alles Mögliche, aber nicht wirklich gesund sind, dürfte selbst regelmäßigen Naschern derartiger Produkte klar sein. Dass da manches drin ist, von dem man gar nicht genauer wissen will, dass es drin ist, gehört zum Verdrängungsprozess. Bei Plastikteilchen wird es dann doch interessant, weil da eine theoretische Gefahr besteht.

Das mit der Gefahr ist so eine Sache. Wären die Plaste-Teile scharfkantig, wäre die Größe irrelevant. Die Aussage bei Focus, „alles, was kleiner als ein 20-Cent-Stück ist, kann sogar die Speiseröhre eines Zweijährigen ohne Probleme passieren“ würde ich daher in Frage stellen. Ein Glassplitter im 20-Cent-Format kann auf dem Weg von oben nach unten ziemlich verheerend sein.

Dass man ebensogut an einem Stück Wurst ersticken kann, dass die genannte Größe hat, ist ein ungenanntes Detail. Ist eine Frage der Esskultur. Dass Plastik per se ungiftig sei, halte ich ebenfalls für eine sehr mutige Annahme. Ob jedes Plastik im Magen unauflöslich ist und die darin enthaltenen Stoffe daher nicht in den Kreislauf gelangen, würde ich jedenfalls keineswegs als gesichert annehmen. Und wenn ich Magendrücken habe, könnte das an den drei BigMac´s liegen und keineswegs zwingend an Plastik-Teilen in einem der zwei Mars-Riegel vorweg.

Wie man vom Mars-Riegel mit Plastik zu Kindern ab einem Jahr kommt, finde ich beängstigend. Es mag ja Eltern geben, die ihren frisch geschlüpften Jungen einen Marsriegel zum nuckeln anlegen. Ich kenne solche Leute allerdings nicht. Den Tipp mit dem Rettungsdienst würde ich eher als geteilten Task sehen: Zuerst anrufen (lassen) und gleichzeitig was tun. Schlagen, selbst mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter, ausgeführt von panischen Eltern, könnte in diversen Fällen fatalere Folgen als das Teil haben, auf dem Junior gerade herum hustet. Warum der Tipp nur für Kinder gelten soll, wo er gleichermaßen bei Erwachsenen zum Erfolg führen kann, bei signifikant geringerem Verletzungsrisiko für den Großen, ist mir unklar.

Mag sein, dass mich da meine weit zurück liegende Erste-Hilfe-Schulung zum Wissenden macht. Allerdings hat die — zumindest theoretisch — jeder Autofahrer (mit Führerschein) in Deutschland. Weil es davon viele gibt, sollte das Thema eher so behandelt werden, wie es Die Welt macht. Aufzählen, was man liegenlassen oder zurück bringen sollte. Oder es als Zeichen versteht, dass man mit einem Apfel ebenfalls Spaß haben kann, aber ohne Maschinen- oder Wasauchimmerdasfürteilesind-Brocken im Essen.

Was der Bauer unter den Baum geschüttet hat, werde ich zwar nie erfahren, weil keine Zutatenliste am Apfel klebt. Aber selbst wenn eine auf den Kartons und Umverpackungen aufgedruckt ist, wird sie von den meisten eh nicht gelesen. Also ist das einfach nur konsequent. Und wie uns Schneewittchen lehrt, lässt sich über Schluckbeschwerden mit einem Apfel nicht nur ein Tagesartikel, sondern ein ganzes Buch schreiben. Daher wundert es mich sehr, dass in allen Artikeln zum Thema der mahnende Hinweis auf die allgemeine Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr … — allein schon ob der Optionen, die sich aus den möglichen Alternativen für die oberflächlichen und weitestgehend überflüssigen Meldungen von morgen ergeben.