Werbung nervt

Erstellt: 01.08.2016  Lesedauer 1 - 2 Min.

Natürlich müssen Webseitenbetreiber irgendwie den Aufwand refinanzieren. Je penetranter die Versuche werden, desto intensiver sorgen sie bei mir für Abwehrmaßnahmen. Bis zum Äußersten.

Ich benutze einen Werbeblocker. Dazu stehe ich, denn mittlerweile ist es auf manchen Seiten schwierig, dass ich den eigentlichen Inhalt finde. Vor lauter Werbung. Videos laufen nur noch, wenn ich vorher Werbung erdulde. Die ist mit einem Brachial-Sound versehen, als ob alle vor dem Schirm Schwerhörige wären.

Hier ist es einfach. Ich schaue eben keine Videos mehr. Jedenfalls keine, für die ich Werbung zulassen muss.

Was penetranter ist: Banner pöppen auf, überdecken den Artikel. Der vermeintliche Schließen-Button führt mich auf irgend eine Dumpfbacken-Seite. Das sind Seiten, die bei mir auf dem „Index“ landen. Den auf solche Sperenzchen habe ich keine Lust. Das ist ein aktiver Angriff auf meine Lebenszeit. Das ahnde ich mit Ausschluss. Davon sind mittlerweile einige „renommierte“ Seiten betroffen.

Focus-Online gehört für mich zu den Nicht-besuchbar-Seiten. Ich will kein Facebook-Fan werden. Wie oft muss ich das noch weg klicken? Ich will auch nicht für dünne Info dümmliche Werbung ertragen müssen. Dazu noch rückwärts geschriebene Meldungen, die von unten nach oben gelesen werden müssen. Mag sein, dass es Menschen ohne Hobbies und Tagesplan gibt, die so einen Ticker lückenlos verfolgen können. Für die mag das praktisch sein.

Diese Präsentationsform offenbart, dass einfach rausgehauen wird. Wer von unten nach oben liest, kann durchaus sehen, wie sich Artikel modifizieren. Dazwischen dann noch Werbung, die als aussieht, als sei es eine Nachricht. Aufgelockert mit Beiträgen der Huffington Post oder Chip. Damit ich nix verpasse noch das herein rutschende Leser empfehlen mit einem „Artikel“ wie ich Schlank ohne Hungern werden kann. Für 4,99 € läge es im Warenkorb.

Ich frage mich, wie richtige Journalisten so eine Präsentation Ihrer Arbeit dulden bzw. ertragen können. Ein Koch würde seine aufwändig bereitete Kreation am Ende wohl kaum mit Pürierstab-Einsatz und einer kräftigen Ladung Maggi als Brei servieren.

Bei einigen ist wohl angekommen, dass zu viel letztendlich nur viel weniger bedeutet. Besucher nämlich. Wenn ich zwangsweise Werbung für Infos erdulden soll, dich ich anderswo ebenso bekommen kann, geh ich eben dort hin. Oder ich entscheide mich, dass mich das dann eben doch nicht interessiert. Werbepenetranz als aktiver Absorptionsfilter für eigentlich nicht wirklich relevant.

Einige Seiten bekommen von mir die Absolution. Da lasse ich Werbung über mich ergehen. Wenn es maßvoll und erkennbar bleibt. Und das Verhältnis zwischen Inhalt und Werbung deutlich zugunsten des Inhalts ausfällt.