Geht schon

Erstellt: 16.03.2017  Lesedauer ≤ 1 Min.

Die letzten Tage höre ich ständig Stummel-Sätze wie „reicht doch“ oder „geht schon“. Das sind die kleinen Brüder von „besser als nix“. Denn genau das heißt es: Zu wenig für gut, zu viel für schlecht.

In Schulnoten ausgerückt ein „ausreichend“.

„Ausreichend“ ist augenscheinlich das neue „gut“. Wer braucht schon mehr, wenn weniger genug ist. Klingt ein bisschen nach Kapitulation vor den eigenen Ansprüchen. Denn „geht schon“ bedeutet, dass gerade mal das Minimum erreicht ist. Es bleibt offen, wo das Maximum wäre, oder wie weit das von der Unterkante entfernt ist.

Zugegeben. Ich gebe mich durchaus auch mit weniger zufrieden. Allerdings messe ich das „von oben“, wenn mir klar ist, dass für die letzten 20% wahrscheinlich mindestens nochmal der Einsatz erforderlich ist, den die schon vorhandenen 80% gekostet haben. Ich erwarte meine Ergebnisse zumindest im vorderen Drittel dessen, was mir als perfektes oder erreichbares Ziel vorschwebt.

Ich habe dazu eine klare Meinung:

„Geht schon“ ist respektlos und ignorant denen gegenüber, die damit abgespeist werden. Das ist keine Bescheidenheit, es ist „bescheiden“.