Max & Co

Erstellt: 01.03.2017  Lesedauer 1 - 2 Min.

Gestern war „Entschleunigungsabend“. Viele kennen Kein Schwein ruft mich an von Max Raabe. Gemeinsam mit dem sensationellen Palast Orchester zeigt er eindrucksvoll den Unterschied zwischen Tonkonserve und Live-Auftritt.

Sicher. Das muss man mögen: Orchestermusik. Wer dabei an die Schallplatten aus der Tanzschule denkt, liegt beim Palast Orchester jedoch ziemlich daneben. Wie daneben, lässt sich auf Tonträgern des Ensembles erahnen. Was dort allerdings fehlt, ist das, was diese Musik besonders macht: der Moment.

Im Admiralspalast in Berlin wird das neue Programm „Das hat mir noch gefehlt...“ vorgestellt. Rund drei Wochen lang, täglich. Gestern war Prämierentermin. Ein Paradebeispiel dafür, was den Unterschied zwischen „dabei sein“ und „abdudeln“ ausmacht.

Jeder in dieser Truppe weiß genau, was sie/er macht. Die im Vergleich zur zeitgenössischen Alltagsmusik signifikant komplexeren Arrangements werden von Musikern präsentiert, die da sitzen, weil es ihnen Spaß macht, anderen Spaß zu machen. Aber statt mit tumben Sprüchen oder Sequenzer-Automation mit„handgemachter“ und handwerklich meisterhafter Musik, die Live eine ganz andere Dynamik und Tiefe entwickelt.

Dazwischen ein Herr Raabe, der dem Orchester den gebotenen Raum gibt, als Conferencier und stimmlich perfekt passend, die Sahnehaube drauf setzt. Sie touren sehr heftig dieses Jahr, auch quer durch die Republik.

Sollten sie in der Nähe einen Termin anbieten: Karten besorgen, hingehen.

Ich jedenfalls war tief beeindruckt, berührt, begeistert. Kurzum: ich hatte einen wunderbaren Abend.