Waffen statt Zufriedenheit

Erstellt: 28.02.2017  Lesedauer 2 - 3 Min.

Herr Trump rüstet ordentlich auf und streicht dafür Umweltschutz und Entwicklungshilfe. Er hat erkennbar keine Ahnung von Geschichte.

Aufschwung durch Aufrüstung hat auch schon mal im Deutschland der 1930er Jahre funktioniert. Absolut gesehen war die Aktion allerdings in mehrfacher Hinsicht ein ziemliches Desaster. Sowohl für Deutschland, als auch für die Welt insgesamt.

Reduzierter Umweltschutz führt am Ende zu kein Umweltschutz und was das bedeutet, lässt sich prima in Slums von Großstädten, Flüssen in von uns als Billig-Produzenten genutzten Ländern und von der Flut zugemüllten Urlaubsstränden ablesen.

Keine Entwicklungshilfe führt – wahrscheinlich – genau zu dem, wofür Donald Waffen-Shoppen geht: Zu riesigen Völkerwanderungen. Denn wo nichts ist, will niemand sein. Wenn da dann noch die Waffen dazu kommen, wird aus Elend der Vorhof der Hölle.

Wer aus Deutschland auswandert, hat ein „Luxusproblem“. Die meisten hier jammern zwar als hätten sie alle biblischen Plagen an der Backe. Nur ein kleines Auto, nur eine kleine Wohnung, nur Essen aus dem Discounter, nur … – nicht das Elend von Verfolgung, Zerstörung, Krieg, Mord & Totschlag. Die letzten fünf wären ein Grund zum Jammern. Das andere – wie gesagt – Luxusprobleme. Das Jammern hier ist in den meisten Fällen jammern darüber, dass es noch nicht luxuriös genug ist.

Dass Menschen mit „den fünf Problemen“ die Füße in die Hand nehmen und dorthin gehen (wollen), wo dort Lebende über Luxusprobleme jammern, kann ich keinem davon verdenken. Selbst für diejenigen, die schlicht kein Auto, keine Wohnung, keinen Discounter haben und sich auf den Weg machen, kann ich Verständnis entwickeln. Denn sie unterscheiden sich in einem entscheidenden Punkt von den Jammerern: sie tun was dagegen.

  • Ob es dem unzufriedenen Farmer im Bibelgürtel der USA besser geht, wenn noch mehr Panzer rumstehen und unterhalten werden müssen?
  • Werden die Mieten in den Großstädten der USA dank Aufrüstung so sinken, dass sie mit einem Gehalt bezahlbar werden?
  • Werden viele Menschen dank des neuen Kriegsgeräts nicht mehr einmal im Monat zum kostenlosen Doc in die Turnhalle gehen müssen, weil sie sich eine reguläre Behandlung gar nicht leisten können?
  • Können Waffen diejenigen ohne Auto, ohne Wohnung und ohne Discounter wirklich davon abhalten, ihr Glück bei „den anderen“ zu versuchen?

Ich glaube, wenn die enorme Summe Geld statt in Stahl in Zufriedenheit, z.B. in ein verbessertes Sozialsystem in den USA investiert würden, oder in geeignete lokale Maßnahmen in Krisengebieten, damit es dort vor Ort wieder eine Perspektive gibt, würde das – wahrscheinlich – einen viel nachhaltigeren – genauer: den gewünschten! – Effekt erzeugen.

So wird das Geld aus dem Staatssäckel (gesammelt bei den Unzufriedenen) nur in die Taschen von Leuten gesteckt, die eh schon nicht mehr wissen, wohin damit (die zwar zufrieden sein könnten, aber es nicht sind, weil der Hals nicht voll genug sein kann).