Wenn Dämmen zu warm macht

Erstellt: 16.06.2017  Lesedauer 1 - 2 Min.

Der Hochhausbrand in London rückt ein ebenfalls in Deutschland politisch forciertes Thema in den Fokus: Wärmedämmung kann töten.

Mit diversen Verordnungen wird in Deutschland jeder Häusle-Bauer und -Besitzer mittlerweile mehr oder minder aggressiv genötigt, sein Haus mit Styropor einzupacken. Es gibt zwar andere Methoden, die mit dem Rohöl-Werkstoff ist jedoch aus Kosten- und Lobby-Gründen die beliebteste und verbreitetste.

An die Außenwand geklebt soll er waren Wunder vollbringen. Allerdings findet das Wunder meistens nur in der Börse der Hersteller und Händler statt. Die vorgerechneten Einsparungen erweisen sich in allen mir bekannten Fällen als ebenso realistisch wie die Abgasmessung aktueller VW-Diesel (und anderer). Allerdings bringt letztere nur den Geldbeutel des Fahrzeughalters zum schnelleren Abschmelzen, während es die Wärmedämmung an der Hauswand unter enormer Hitze-, Rauch- und Giftgasentwicklung tut.

Wenn eine Fassade erst mal brennt, halten selbst Spezialisten nach Möglichkeit nur eins davon: größtmöglichen Abstand. Denn das ist ein hochgefährliches Szenario, bei dem die typischen Fluchtwege bei einem Gebäudebrand blockiert sind: die Fenster und Türen. Brennt die Außenwand, wird es innen ebenfalls ungemütlich. Einerseits, weil das Feuer dorthin überspringt, andererseits, weil es dem Innenraum den Sauerstoff entzieht.

Für Retter ist es – bedauerlich in London bewiesen – ebenso fatal: wo es nicht raus geht, geht es ebenso wenig ohne Risiko hinein. Bei achgut.com hofft der Autor, dass es aus diesem einen Grund zu einem Umdenken in der Politik kommen könnte, sollte oder müsste. Da wir es dabei mit Lobbyisten und Politikern zu tun haben, habe ich daran jedoch erhebliche Zweifel. Denn es geht um viel Geld, dass die Leute, denen dann zu warm wird, vorher aus der Tasche gezogen wurde. Was runter ist, muss wieder dran, also kann dann der (neue?) Besitzer nochmal für die jetzt blanke Wand zur Kasse gebeten werden werden.

Das sorgt für solides Wirtschaftswachstum im Bausektor. Weil alles zwei Seiten hat, müssen ein paar Opfer gebracht bzw. beklagt werden. Das ist schlichte Physik: Für nix gibt´s nix. Wichtig ist am Ende nur, dass man auf der richtigen Seite, im konkreten Fall halt weit weg von derart gedämmten Häusern, steht. Nach dem Motto: besser dran verdient, als dran investiert.