Spitzenpolitiker

Erstellt: 01.02.2018  Lesedauer 1 - 2 Min.

Union und SPD einigen sich be der Pflege. Klingt gut, wie es funktionieren soll, dafür bleiben sie eine Erklärung schuldig, unsere Spitzenpolitiker.

Frau Dreyer, die Infrastrukturfrau, hat noch so einen Kracher rausgehauen. Es gibt jetzt ein Sofortprogramm für 8000 Fachkräfte. Die sollen außerden auch noch besser bezahlt werden. Das haben Spitzenpolitiker verhandelt die sich ordentlich gegenseitig für ihren tollen Beschluss loben.

Wer das bezahlt, bleibt bei der Selbstbeweiräucherung unerklärt, denn das werden wohl wieder wir alle sein. Wogegen im Grundsatz keine Einwände bestehen, allerdings wächst die Frage nach dem Sinn der Berufsausübung, wenn die Löhne gleich bleiben, aber die Lebenshaltungskosten und die Forderungen des Staates wachsen. Aus welchem Himmel die „Fachkräfte“ fallen werden, bleibt natürlich ebenso unerläutert im Raum stehen. Dass der Berufswunsch „Altenpfleger“ bei den Berufseinsteigern selten bis nie in den Top-Ten der Berufswünsche steht, gibt der Aussage den Anschein eines weiteren, vorschnellen und unreflektierten Politiker-Versprechens.

Der von eben diesen Politikern herbeigeführte „Pflegenotstand“ lässt mit einer Hochrechnung erkennen, dass bei den Überlegungen der Möchtegern-Koalitionäre weiterhin mit Zehnerpotenzen(!) unter der erforderlichen Personalanforderung gerechnet wird. Großzügig aufgerundet deckt der Plan gerade mal drei Prozent der erforderlichen Pflegekräfte ab.

Eine meiner Kundinnen war bisher mit mehreren Mitarbeitern in der Altenpflege tätig. Sie gibt entnervt auf, weil wenig Zeit für die Pflege sowie enormer Verwaltungsaufwand einem jämmerlichem Verdienst und kontinuierlichen behördlichen Hindernissen gegenübersteht.

Den Menschen, die kulturell größeren Respekt vor älteren Menschen und eventuell Interesse an diesen Jobs mitbrächten, haben eben diese Verhandler einen Zuzugsriegel vorgeschoben. Damit die Älteren erst gar keine Gelegenheit haben, das über den privaten Sektor abzufedern, wurde auch gleich noch der Rentenbeitrag begrenzt. Was einer Obergrenze für die Renter gleichkommt, denn woher sonst soll die Rente bezahlt werden, wenn die Einzahlungen dafür begrenzt wird und die Menge der Einzahler abnimmt.

Sieht alles nach einem Plan aus. Jedoch weniger nach einer weitsichtigen Lösung, für die sich die Damen und Herren „Spitzenpolitiker“ selbst feiern. Irgendwie bekommt auf diesem Hintergrund „Spitzenpolitiker“ für mich zunehmend die Bedeutung eines Schimpfwortes.

Die Grafik ist ein Screenshot aus einer Anmiation des Statistischen Bundesamtes, in der interaktiv Altersgruppen, Zuwanderung, etc. beeinflusst werden können.

Mit dem „Play“-Knopf bzw. dem Regler rechts kann die demoskopische Entwicklung bis ins Jahr 2060 projiziert werden. Während heute, 2018, 55% der „arbeitenden Bevölkerung“ (angenommen: 25-65) für 22% Rentner aufkommen, werden es bereits in 10 Jahren nur 41% für 21%, in 20 Jahren nur noch 36,7% für 23,3% der Bevölkerung sein.

Die Politik hat sogar ein Amt, das die Zahlen bereitstellt, die von ihnen systematisch wegignoriert werden.