Altmaier lässt rechnen

Erstellt: 24.06.2021  Lesedauer 1 - 2 Min.

Unser (Noch-)Bundeswirtschaftsminister Herr Altmaier hat gemerkt, dass Strom nur aus der Steckdose kommt, wenn irgendwo anders welcher rein gesteckt wird. Der Strombedarf für die „Deutschland-Elektrifizierung“ wurde »unterschätzt«. Echt jetzt?

Zugegeben. Ich habe breit gegrinst, als ich das las. Der Artikel Elektromobilität durchgerechnet stammt vom 22.08.2017. Ein wohlwollend nach unten gerechneter Überschlag des Energiebedarfs hat es gezeigt: Autofahren mit Strom scheitert am Strom). Bereits 2016 wurden die „planlosen Energiepläne“ der Regierenden und Opponierenden hinterfragt.

Die Fragen sind fünf Jahre später die gleichen, die Antworten fehlen weiterhin. Lediglich zum Thema Wasserstoff gibt es eine „Offensive“ – wenn eine objektiv peinliche Willenserklärung dazu als solche angesehen werden darf (ich grinse schon wieder…).

Der Umstand, dass schon vor Jahren ein Laie mit ein bisschen nachdenken und rechnen die Fragen formulieren konnte, die sich die Verantwortlichen augenscheinlich erst jetzt stellen, ist sehr bedenklich.

Was mir persönlich gewaltig auf den Zeiger geht: Es hänge mit den „verschärften Klimazielen“ zusammen. Hallo? Worum geht es denn thematisch bei der Elektromobilität? War das bisher ein Spaßprojekt für Gutbetuchte, die noch „was Elektrisches“ neben den Porsche stellen wollen, vorzugsweise eine weitere „Speerspitze deutschen Erfindergeistes“?

Dafür wird nun die bisher von Herrn A. durch Verordnungen konsequent praktisch zum Erliegen gebrachte „Windwirtschaft“ wieder in den Fokus gerückt. Die Solarwirtschaft wurde vorher so erfolgreich politisch gwollt zugrunde gerichtet, dass sie als Option – zumindest für die deutsche Wirtschaft – ausfällt. Das soll sich zwar wieder ändern, doch das ist „volkstauglich“, wofür Herr Altmaier kein Faible hat. Wirtschaftsminister arbeiten – aus seiner Sicht – für Konzerne.

Dass Windkrafträder selbst immense Energie bei der Herstellung verschlingen und teilweise ein „Nullsummenspiel“ darstellen, nach einer vergleichsweise kurzen Betriebszeit zu einem Entsorgungsproblem werden, es – umstrittene, aber zumindest physikalisch nachvollziehbare – Studien gibt, die einen signifikanten Effekt von Windrädern auf das Klima sehen: Das sind gerade keine seiner Probleme.

Dass es mir schwerfällt in der Lösung von Umweltproblemen, die Umweltprobleme nach sich ziehen, eine „Lösung“ zu erkennen, liegt wahrscheinlich daran, dass ich Laie bin. Was mich umso besorgter macht, war das doch kein Hindernis für frühzeitige Erkenntnis.

So lange die Bundesregierung mit ihren Energie-Konzepten wirtschaftsorientierten Konzern-Lobbyismus betreibt, wird es keine Lösung für die drängenden Umweltfragen geben. Doch ebensowenig wird eine vermeintliche „Umweltpartei“ diese Probleme lösen, wenn sie sich selbst am meisten im Weg steht, mit Ideen, die (mit ein bisschen nachdenken…) schon am grünen Tisch als dysfunktional erkennbar sind. Bzw. sein sollten.

Doch das Erschreckendste ist, dass jetzt – genauer: JETZT ERST – „gerechnet“ werden soll. Vermutlich von den Beratungsfirmen, die sich schon ihre Ratschläge auf dem Weg bis hierhin vergolden ließen. Was einen Ausblick auf das Ergebnis ermöglicht. Das geht sogar „im Kopf“…

Mit Suchbegriffen wie z.B. „Auto“, „Mobilität“, „Klima“, …, und Kombinationen daraus, lassen sich hier bei Wortwei.de diverse Artikel zum Thema finden.

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Das Bild stammt von Pixabay.