Annalena Baerbock nackt!

Erstellt: 05.05.2021  Lesedauer 1 - 2 Min.

Vor rund einer Woche gingen Bilder steil: Frau Baerbock „naggisch“. Moral-Apostel und politische Gegner rieben sich die Hände.

Stellen wir uns mal vor, die Bilder seien kein russisches Akt-Modell, wie sich schnell herausgestellt hat. Nehmen wir mal an, sie zeigten tatsächlich Annalena, wie Gott sie schuf.
Angezogen ist sie eine attraktive Mama, ein erfrischender Gegenentwurf zu der etablierten Politiker-Kaste, die sich immer weiter vom Volk entfernt. Nacktbilder von ihr ließen, was das angeht, keine Fragen offen. Wir könnten uns entspannt auf das konzentrieren, wofür sie antritt.

Offenbar hatten einige Sabberlappen Fantasien, weshalb sie nach Bildern suchten und einem in den Gesichtszügen leidlich ähnlich aussehenden russischen Modell damit Aufmerksamkeit für den Rest schenkten. Würden die Bilder tatsächlich eine unverhüllte Frau Baerbock zeigen, wäre es ein Sensation. „Bild“ könnte titeln »Sogar nackig macht sie eine gute Figur!« Eine „optische Waffe“ auf dem männerdominierten internationalen Polit-Parkett.

Im Vergleich zum aktuellen Status quo im großzügig geschnittenen Hosenanzug gäbe es einen „(Anna)Lena-Effekt“: Eine „intelligente Sahneschnitte“ kann nur von aufgeschlossenen Menschen gewählt werden. Der Supergau für die übrigen Wahlmanager. Was für ein Wahlslogan:
»Körper, Köpfchen, Kanzlerin«.

Vor dem Aufschrei „Sexismus!… bla … : »So What?«

Was wäre das Problem mit eine Kanzlerin, die ein positives Körpergefühl hat?

Die Bilder sind zwar echt — halt von einer anderen Frau. Doch der ganze Vorgang verrät viel über Frau Baerbocks Gegner: Sie würde ihr das zutrauen. Ein Albtraum für die „Klüngel-Politik“: Eine, die sich wortwörtlich nackig macht, hat „keine Geheimnisse“ und ist deshalb schwer kompromittierbar.

Die Bilder sind ein großes Kompliment an Frau Baerbock.

Offenbar können sich ihre Gegner vorstellen, dass sie „drunter“ so aussieht. Laschet, Scholz & Co. können da kaum mithalten1.

Deshalb ist es fast schon bedauerlich, dass die Bilder eine sehr attraktive, aber eben andere Frau zeigen. »…, außerdem sehe ich viel besser aus« wäre zwar ein ebenso inhaltsleeres Argument wie die Phrasen der Mitbewerber, doch schwer zu entkräften und eine unterhaltsame Rhetorik in Diskussionen. Damit hätten die meisten Kerle und so manche Frau im Polit-Zirkus sofort die Bilder im Kopf, die eigenen Argumente wären wohl kurzzeitig zweitrangig.

Doch Frau Baerbock kann offenkundig ohne „nackig machen“ bestehen. Eine Reduzierung auf „Optik“, wie es diese plumpe Kampagne offenkundig versucht hat, dürfte eine grobe Fehleinschätzung sein.

Der eigentliche Skandal ist, dass es im Jahr 2021 ein Aufreger sein soll, wenn eine erfolgreiche Politikerin in jüngeren Jahren selbstbewusst ihre Schönheit gezeigt2 hätte: Wo doch Selbstbewusstsein ein wesentliches Werkzeug für erfolgreiches (politisches) Handeln ist.

Das Bild stammt von Pixabay.

1Entschuldigung für die Bilder, die jetzt womöglich im Kopf feststecken…  

2Noch ein „Lena-Effekt“: „Busenblitzer Lena Meyer-Landrut“ – wäre es keine schöne Brust, wäre es wohl kaum ein Thema …