Der Blog war bisher ein „Anhängsel“ der Homepage. Doch inhaltlich hat der Blog mittlerweile eher selten etwas mit dem zu tun, was dort „Thema“ ist.

Kurzzeitig war der Blog schon einmal umgeparkt. Doch die damals gewählte Domain war ein „Um­zugs­not­behelf“, keine bewusste oder überlegt entschiedene Wahl. Das primäre Problem für ein neues Blog-Zuhause war die passende Adresse. Alle bisherigen Ideen dies­be­züg­lich hatte jemand anders schon vorher – wobei viele davon lediglich reserviert, jedoch ungenutzt vor sich dahin vegetieren.

Doch was lange währt … . Vorgestern, bei Überlegungen in einem völlig anderen Kontext, stolperte ich über die „Weide“:

Grasbewachsenes Stück Land, auf dem das Vieh weiden kann, das zum Weiden genutzt wird.
Definition bei Duden.de

Doch eine Weide ist mehr. Sie ist draußen, sie bietet Bewegungsfreiheit, der Blick kann schweifen und – natürlich – ist „sehen und gesehen werden“ auf einer freien Fläche ein weiterer Aspekt. Daraus ist die „Wortwei.de“ entstanden: Ein schöner Ort für Gedanken und Worte, zum Ausruhen aber gleichermaßen Austoben.

Die Findung spielte sich blitzschnell ab – es war eines dieser Bilder, die sich spontan vor dem geistigen Auge aufbauen, in einem Augenblick alles klar machen, was in Worten mindestens einen ganzen Absatz benötigt. Das Bild von Frank Winkler fand ich als Hintergrund für die „Wortwei.de“ sehr passend: Eine schöne, saftige Wiese, der Blick kann in die Ferne schweifen, ein schöner Platz, um einfach nur „da“ zu sein.

Der relaxte Bulle ist ein schönes Sinnbild für „in sich selbst ruhen“, ohne deshalb wehrlos zu sein. Wobei natürlich klar ist, dass die „weite Sichtbarkeit“ keineswegs das prinzipielle Wesen des Internets spiegelt. Im Gegenteil: Es verkommt in den sogenannten „sozialen Medien“ zunehmend zu einem Ort der Feiglinge1 und Rufmörder, die sich hinter Avataren und Spitznamen in Meinungsblasen verstecken, aus der heraus agiert und agitiert wird.

Statt der Suche nach Applaus in einer Streichelblase bei Facebook & Co. ist diese Seite bewusst in den Weiten den Internets angesiedelt. Wer will, kann sie finden. Ich kann mich hier austoben und habe dennoch meine Ruhe, weil die Seite keine „Lemming“2-Werkzeuge bietet.

Wer sich mit mir bzw. den hier angebotenen Inhalten auseinander setzen will, kann das dennoch gern tun: Mit offenem Visier, per E-Mail. Dafür bietet jede Seite am Ende einen ✉-Knopf, der das (eigene) E-Mail-Programm mit einer vorbereiteten E-Mail öffnet. Was für viele „Pöbler“ bereits hinreichend Hemmschwelle darstellt. Sie werden damit sehr gezielt adressierbar.

Für einen richtigen, ernsthaften Austausch — der durchaus witzig und erheiternd sein kann — bin ich stets empfänglich. Dafür Freigegebenes wird hier zitiert, andernfalls eben nur per E-Mail diskutiert.

Das Bild stammt von Pixabay.

1Wie lässt sich eigentlich »Feigling« „gendern“?  

2Erst traut sich keiner, dan rennt einer los, die Horde hinterher. Am Ende will es keiner gewesen sein, alle verstecken sich in der Gruppe.