„Gestörte“ Ausländer

Erstellt: 26.06.2021  Lesedauer 2 - 3 Min.

Beim neuerliche Messerangriff auf Passanten in Würzburg mit drei Toten, diversen Verletzten, ist die Tat schnell erklärt: Der Mann war „psychisch auffällig“. Was auffällig ist.

Glücklicherweise haben wir vergleichsweise wenige, eher glimpfliche Angriffe auf unsere Zivilgesellschaft. Was keine fehlende Empathie für die bedauerlichen Opfer dieser Taten sein soll – Angehörige eingeschlossen. Doch im Vergleich zu anderen Ländern, in denen fast wöchentlich Menschen mit Schusswaffen Dutzendweise Leute umbringen, oder einmal die Woche irgend jemand mit reichlich Sprengstoff um den Bauch oder hinten im Auto zum Markt fährt – dagegen ist in unserer Republik so viel los wie auf einer ländlichen Dorfstraße im Mecklenburg-Vorpommern.

Wenn dann – bedauerlicherweise trotzdem – etwas passiert, sind die Täter fast immer „polizeibekannt“ und/oder haben – volkstümlich formuliert – „einen an der Waffel“. Letzteres ist für meinen Geschmack offensichtlich. Muss so sein, weshalb sonst sticht jemand ohne Anlass ihm unbekannte Leute um sich herum ab. Objektiv betrachtet eine „dünne“ Erklärung.

Oft finden sich Parallelen: Die Täter sind bereits einige Jahre in Deutschland, haben einen uns unbekannten, wahrscheinlich brutalen Fluchtweg absolviert und hausen in einem „Asylheim“. Wenn jemand „einen an der Waffel“ hat, ist es für meinen Geschmack überraschend, dass jemand — wie im aktuellen Fall — sechs Jahre in Deutschland bis zum Austicken braucht. Oder liegt es womöglich daran, dass er sechs Jahre unter diesen Umständen in Deutschland war?

Also sechs Jahre ohne Perspektive, ohne Gewissheit, häufig unter Bedingungen, die ein Sozialhilfe-Empfänger mit großen Erfolgsaussichten vor Gericht in Frage stellen könnte. An die eigene Brust geklopft: wie lange würde ich solche Bedingungen aushalten? Selbst ohne den ganzen Scheiß davor, bei dem ein Großteil von uns bereits gescheitert – sprich: umgekommen wäre.

So gesehen müssen größtenteils mental höchst stabile Menschen in unseren Auffanglagern leben, von denen nach vieljährigem vor sich hinköcheln lassen nur gelegentlich einer hochkocht. Was uns alle zutiefst schockiert und ratlos macht. Haben wir doch schon selbst genug „Austicker“, die ihre Frauen halb oder ganz totschlagen, ihre und anderer Leute Kinder missbrauchen oder umbringen, … – doch das sind „Deutsche“.

Was erlauben sich „diese Ausländer“, wir haben „die“ doch mit Applaus begrüßt und ihnen am Bahnhof Schokoriegel zugesteckt. Außerdem hat Mutti Merkel gesagt „wir schaffen das“. Ohne Zeithorizont. Beim Blick auf diverse andere hehre Pläne unserer Regierenden kann ohne langes Überlegen konstatiert werden: Wann wir das schaffen, ist noch offen, ein ernsthafter Plan dafür fehlt.

Der Anteil dieser Umstände bei Tragödien, in die „Ausländer“ involviert sind, wurde – meines Wissens – bisher nirgends thematisiert oder gar untersucht. Mir fällt lediglich auf, dass es schnell heißt, es handele sich um verwirrte, psychisch kranke, halt gestörte Menschen (s.o.). Zum Glück „will ein Zeuge »Allahu akbar« gehört haben“ – was für ein Segen, ein Islamist.
Alles gut.

In einer Stakkato-Welt, bei der „Zeitungen“ immer häufiger eine Twitter-Timeline zum „Artikel“ erheben, indem diese eingebunden, unkommentiert im Fließtext als indirekte Rede wiederholt wird, ist das prima, weil „einfach“. Doch „einfach“ ist der kleine Bruder von „schlicht“. Und „schlicht“ ist das Markenzeichen derer, die ihr Weltbild vorzugsweise mit kleinen Kreisen um den eigenen Bauchnabel herum definieren.

Oder von Menschen, in deren Agenda kein Platz für echte Problemlösungen ist. Flüchtlinge sind kein Bringer auf Wahlplakaten1

Das Bild stammt von Pixabay.

1Naja. Kommt auf die Partei an. Die damit für sich werben, propagieren damit in der Regel Ideen, die sie für mich „unwählbar“ machen.