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Der Preis des Friedens

Erstellt: 26.02.2022 Lesedauer 2 - 3 Min.

In Europa sind wir sicher. Dachten wir. Dachte ich. Beim „Frieden sichern“ gibt es erkennbar Nachholbedarf.

🔍 Schießen kann der trotzdem,…
Frau Merkel wurde beklaut. Trotz „Beschützer“. Wenn „wegnehmen“ geklappt hat, würde „was dazu stecken“ wahrscheinlich ebenso klappen. Abhängig davon, was das sein könnte, ist beim erforderlichen Schutz von Frau Merkel erkennbar „Luft nach oben“.

Der BND-Chef musste aus der Ukraine gerettet werden, weil er vom russischen Einmarsch überrascht wurde. Der Chef vom Bundesnachrichtendienst – also der Truppe, die vor allen über alles Bescheid wissen will bzw. wissen sollte – wurde „überrascht“. Was mich persönlich wenig überrascht – es passt ins Gesamtbild.

Wenn dann noch der Heeresinspekteur „angefressen“ ist, weil die Bundeswehr „mehr oder weniger blank da“ stünde, löst die Aussage von Verteidigungsministerin Lambrecht, sie wolle eine Kompanie in der Slowakei stationieren, bei den Slowaken womöglich ernste Sorgen aus. Wer will schon 60 bis 250 Mann, für die geeignete Unterwäsche und Jacken beschafft werden müssen?
Ich habe meinem Vater, der als Jugendlicher im zweiten Weltkrieg zwangsrekrutiert und an die Front geschickt wurde, gut zugehört. Die – im Nachhinein verständlicherweise – wenigen Male, wenn er von seinen Erlebnissen dort sprach. Das hat mich zu einem ausgeprägten Pazifisten gemacht:

Krieg war, ist, bleibt einfach Scheiße.

Krieg darf niemals das „letzte Mittel“ sein.

Es ist das Eingeständnis völligen Versagens auf ganzer Linie. Es offenbart die Unfähigkeit zur Lösung von Problemen mit Geduld und vor allem Worten.

Mein Wunsch nach gewaltfreien Problemlösungen wird leider täglich von der Realität auf eine harte Probe gestellt. Die Eskalation in der Ukraine macht sprachlos – was genau das Gegenteil dessen ist, was jetzt umso wichtiger ist: Miteinander reden.

Bis das verbindlich immer klappt, müssen wir das Thema „Schutz“ ausgesprochen ernsthaft mit dem Aspekt „Qualität“ verbinden:

Insbesondere Letzteres ist eine Verhöhnung derer, die sich bereit erklären, für uns „die Backe hin zu halten“. So wie die Jungs und Mädels aktuell den Aussagen nach da stehen, würde ihnen offenbar bereits ein leichter Gegenwind den Kopf vom Hals hauen.

Viele dachten, da seien wir nach den Kriegen des 20. Jahrhunderts und 75 Jahren Frieden drüber weg. Mich eingeschlossen. Vor vier Tagen hat die Realität uns eine Klatsche verpasst.

So pervers es ist: Wer Frieden sichern will, muss sich auch darum schlagen können.

Das Bild stammt von Pixabay.

1Laut Zeitungsmeldungen wurden die Helme zwischenzeitlich übergeben. Wo auch immer die jetzt her kommen…