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Illuminati-Bruderschaft

Erstellt: 14.10.2022 Lesedauer 2 - 3 Min.

Werde Bruder und ich überschütte dich mit Reichtum. Das ist die Kurzfassung einer E-Mail heute morgen. Da werd ich doch gleich mal zurück schreiben – oder hat die Sache etwa einen Haken?

„Chingy Jordan“ schickt mir mit dem Betreff „Illuminiati“ über die Versandadresse „""@iztacalco.cdmx.gob.mx“ diese Mail:

🔍 Big Brother Is Cheating You.

Ich bin Maester, Sire Chingy Jordan, ein Bruder aus der Illuminati-Bruderschaft Ontario District, ich lade Sie ein, jetzt der Great Illuminati Brotherhood Organization beizutreten, um Milliardär zu werden, für Ruhm, Macht, Geschäft, lukrative Position. Jedes neue Mitglied erhält 10.000.000 $ 00 USD als Leistung, 100.000,00 USD als monatliche Zahlung und ein neues Haus in einem beliebigen Land Ihrer Wahl. und auch ein goldenes Mercedes Benz-SUV 2022 MODEL, wenn Sie interessiert sind, antworten Sie über chingyordan@gmail.com

Das klingt völlig schlüssig: Ich rufe „her mit dem Geld“ und werde aus dem endlos gefüllten Füllhorn des Reichtums überschüttet. Natürlich ist meinerseits keinerlei Einsatz erforderlich. Einfach nur „hier!“ rufen und das Geld kommt durch die Tür und setzt sich auf meinen Schoß.

Wenn mir per Mail viel Geld angeboten wird, ist das völlig normal. Ich bin so geil, da müssen mich die Leute natürlich mit ihrem Geld bewerfen.

Zumindest Muss es Empfänger solcher Mails geben, die das glauben. Oder Versender solcher Mails nehmen an, dass „da draußen“ eine große Zahl Menschen herum läuft, die mit dem IQ auf dem Niveau eines Pflastersteins auf derart dummdreiste Post anspringen.

Diese Annahme teile ich.

Allein diese Tatsache reicht als „Pelz“, an dem solche Post an mir abperlt. Speziell diese Mail ist immerhin innovativ. Kein verstorbener Onkel – den keiner in der Verwandtschaft kennt - vererbt sein Vermögen. Womöglich ist das Empfängern solcher Post zu kompliziert. Oder verstörend, dass der Onkel aus dem Taka-Tuka-Land stammen soll und das vermeintlich reine Blut in den eigenen Adern ein internationaler Cocktail sein könnte.

Das »mach mit – sei einfach reich« - Konzept erscheint schlüssiger, ist unkomplizierter und prädestiniert schlicht jeden für eine Teilnahme.

Wobei…

Zwei große Gruppen sind mit diesem Ansatz außen vor. Einmal alle „Ungezipfelten“, es ist eine Bruderschaft. Da werden Frauen einen schlechten Stand haben – zum Spülen und Bespringen vielleicht gerade noch gelitten, haben sie in so einem Club eher wenig Freude am Leben.

Und natürlich alle, die beim Sperma-Bingo Glück hatten und mit einen Hirn ausgestattet sind, das schon während des Lesens solcher Post die Frage formt:

Für wie blöd halten die mich?1

Das Bild stammt von Pixabay.

1Zumindest die Absendeadresse ist ein rudimentärer Intelligenztest. Wer daran scheitert, ist wohl selbst für Nepper und Schlepper uninteressant. Weshalb „Chingy“ nur eine (potenziell) gültige Empfänger-Adresse angibt, könnte Fragen aufwerfen. Doch wer die stellt, ist ebenfalls „raus“.