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Worum geht es in der Ukraine WIRKLICH?

Erstellt: 22.02.2022 Lesedauer 2 - 3 Min.

Beim „Ukraine-Konflikt“ geht es primär um „Befindlichkeiten“. Das ist das wahre Problem, denn da kann Diplomatie kaum etwas erreichen.

🔍 Verbale „Mobilmachung“ der Medien?
Die Presse-Kommentatoren tadeln den „Kalter Krieg Duktus“ von Herrn Putin, auf der Grundlage des westlichen Duktus aus dem kalten Krieg. Was die gesamte Argumentationskette fragwürdig macht.

Als gute Strategie für erfolgreiches Verhandeln hat sich – zumindest für mich – das Hineinversetzen in die Gegenseite als äußerst hilfreich erwiesen. Meine Sicht der Dinge ist nämlich völlig irrelevant, wenn mein Gegenüber und ich unsere Standpunkte mit der gleichen Sturheit vertreten. Zwei aufeinander zufahrende Autos mögen äußerst rechts fahren und sich damit beide an die Verkehrsregeln halten. Ist die Straße nur drei Meter breit, wird es trotzdem ein heftiger Zusammenprall.

Schmal sind Straßen oft wegen künstlichen Barrieren, beispielsweise Blumenkübeln, die fast immer „zum Behindern“ hingestellt wurden. Wohin das führen kann, kennt jeder, der im Berufsverkehr aus der Gegenrichtung kommend schon mal hinter so einem Teil stand: Da wird auf das eigene Recht gepocht, kaum einer wartet und signalisiert mit Lichthupe: »Na komm, jetzt du«.

Besonders schwierig wird es, wenn sich alte Männer fern des Problems aus sicherer Entfernung streiten und als Lösungsoption viele junge Männer losschicken können. Beraten von Menschen, deren Interessen sich aus einer variablen Kombination aus Engstirnigkeit, Ignoranz, wirtschaftlichen Vorteilen und Profilierungssucht zusammensetzen. Nachvollziehbar bejubelt von einer finanzstarken Lobby: Den Waffenproduzenten.

Für das Hineinversetzten ist keine Verbrüderung oder das Aufgeben eigener Positionen erforderlich. Lediglich ein Stück Empathie dafür, dass jemand durchaus grundlegend gegen meine eigenen Vorstellungen und Werte aufgestellt sein kann. Nur so lässt sich begreifen, weshalb eines meiner Argumente womöglich eine sinnlose Provokation der Gegenseite darstellt.

Im konkreten Fall ist beispielsweise die „westliche“ Zusicherung, die Ukraine würde auf absehbare Zeit kein Nato-Mitglied, völlig sinnlos, wenn die „östliche“ Seite sich diesbezüglich betrogen fühlt. Sogar das tendenziell USA-affine Blatt »Die Welt« räumt ein, das es Belege dafür zu geben scheint. Wer das in Betracht zieht, sollte verstehen: „Versprechen“ sind keine Verhandlungsoption.

Wer leidlich im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, kann sich eventuell daran erinnern, dass Anführer jedweder Couleur Krieg gern als Ablenkungsmanöver von anderen Problemen, sowie Festigung der eigenen Position genutzt haben. Je weniger Spielraum diesen Menschen für Entscheidungen blieb, desto fatalistischer haben sie Entscheidungen getroffen.

So kam Göbbels »Wollt ihr den totalen Krieg« zu einem Zeitpunkt, als objektiv schon alles verloren war. Zurückblickend „zum Glück“, doch das schweift vom Thema ab. Göbbels zählte jedoch ebenfalls zu jenen, die nach aufpeitschender Kriegsrhetorik in sicherer Umgebung erst mal zur Stärkung das Tagesmenü bestellt haben, statt selbst an der Front im Dreck zu liegen. Was viele Kriegsentscheidungen wahrscheinlich in völlig andere Bahnen lenken würde.

Auf diesem Hintergrund sollten alle Kommentatoren den Ton ihrer Artikel prüfen. Sie müssen dafür keinen Standpunkt aufgeben. Sie sollten lediglich größtmöglich Raum für Diplomatie lassen.

Das Bild stammt von Pixabay.