Selbstgemachtes Wetter

Erstellt: 05.12.2013  Geändert: 17.09.2015  Lesedauer 1 - 2 Min.

Es ist ein Segen, dass wir es noch nicht wirklich können, geschweige denn verstehen: Das Wetter. Denn wohin würde das führen? Der Bauer will Regen, wer Freizeit hat Sonne, der eine kühler, der andere wärmer, jeder hat da seine ganz eigenen Vorlieben. Es würde vorhersehbar im Chaos enden.

Wobei das Wetter mit seinen Kapriolen aktuell sowieso schon einen leicht chaotischen Zug hat. Die Verlässlichkeit der Jahreszeiten, an die ich mich aus meiner Kindheit vermeintlich erinnere, ist perdü.

Da wird es von Dezember bis März schon mal T-Shirt-warm, schockt bereits am nächsten Tag mit zweistelligen Minusgraden und bleibt dann da wochenlang stehen.

Im Sommer wird es dann nicht so recht warm, Regen gibt es mal hier mal da, aber nicht in der Form, auf die sich die Vegetation über Jahrzehnte eingestellt hat.

Wenn es dann doch mal warm wird, steigen die Temperaturen auf Höhen, die man bisher nur aus der Karibik kannte. Alles ziemlich verquer.

Die Annahme, dass der Mensch da in irgend einer Form Einfluss darauf hat, ist mir bekannt. Sicher stimmt das irgendwie auch.

Allerdings bezweifle ich immer mehr, dass wir (die Menschen) da in irgend einer Weise tatsächlich Relevanz hätten.

Da wirken für meinen Geschmack erheblich größere Kräfte, an denen gemessen unsere Abgase und Umweltsünden schlicht unerheblich sind.

Wir machen uns mit unserer Selbstverliebtheit die eigenen Grundlagen kaputt, aber global und zeitgeschichtlich betrachtet sind wir sowieso nur ein Fliegenschiss.

Mir drängt sich spontan die Frage auf, warum Wissenschaftler auf der einen Seite genau wissen, dass es früher ziemlich krasses Wetter gab und dass ganz ohne Menschen, aber gleichzeitig behaupten, wir wären jetzt das Zünglein an der Waage. Oder hätten gar — was für ein Größenwahnsinn — die Chance auf Einflussnahme.

Wir schaffen noch nicht mal eine verlässliche Vorhersage vom Wetter am Wochenende, aber natürlich wissen wir genau, was gemacht werden muss, damit in 50 oder 100 Jahren irgend etwas Umweltrelevantes passiert.

Das nützliche an diesen Vorhersagen ist die Unmöglichkeit der Überprüfung im hier und jetzt. Wer sich mit solchen Sprüchen hinstellt, kann sich sicher sein, dass er/sie zu Lebzeiten nicht widerlegt wird.

Wer das Wetter jetzt und hier — zumindest akustisch — verbindlich steuern will, kann das tun. Dafür gibt es eine Webseite: Noisli.com. Was sonst. Auch wenn die Webseite so ein bisschen nach „NoSi“ klingt, muss ich die Ehre anderen überlassen. Damit habe ich nicht ansatzweise etwas zu schaffen, ich bin lediglich zufällig darüber gefallen. Als stimmungsvoller Hintergrundgeräuschegenerator aber ziemlich cool.