Passt gerade nicht

Erstellt: 11.05.2021  Lesedauer 1 - 2 Min.

Momentan ist es „eigentlich“ ein Privileg, wenn der Eintrag auf die Impfliste beim Hausarzt mit einem Anruf und Terminvorschlag gekrönt wird.

Ich gehöre seit kurzem zu den „Priorisierten“, die dieses Privileg gelten machen können. Doch eigentlich stehen noch reichlich Leute vor mir auf der Liste, der mein Name erst gestern morgen hinten angefügt wurde. Bisher erschien es mir sinnlos, überhaupt wegen einer absehbaren Impfung mit »Comirnaty« nachzufragen.

Der BionTech-Impfstoff ist so rares, nachgefragtes Gut, dass die Bundesregierung mit Freigaben für AstraZeneca- und Johnson & Johnson-Präparaten wirbt. Doch die sind so gefragt wie saures Bier, was den politisch gewollten Wahl…Impferfolg gefährdet.

Was zweifellos ein politischer „Erfolg“ der üblen Nachrede der gleichen Truppe ist, von der marginale Risiken – die jeder Impfstoff (inklusive BionTech!) birgt – zu einer übermächtigen Bedrohung aufgeplustert wurden. Mit Ängsten lassen sich Wähler beeindrucken – Anderen fehlgeleitete Deppen haben den Erfolg dieses „politischen Konzepts“ vorgeführt. Dass dabei am Ende nur Zerstörung heraus kommt, zeigt die grottenschlechte Informationspolitik zum Thema Impfen von Herrn Span & Co. eindrucksvoll.

Das geht offenbar so weit, dass selbst Auserwählte die Chance auf eine Impfung nachrangig behandeln. Nur so lässt sich erklären, weshalb mir gestern, keine acht Stunden nach meiner Aufnahme in „die Liste“, telefonisch ein Impftermin für morgen angeboten wurde.

Meine Frage: »Aber Sie sagten doch, „das kann dauern“« wurde mit »Richtig. Doch Sie sind der erste auf der Liste, der Zeit hat« beantwortet, was mich nachdenklich machte: Was kann im Augenblick wichtiger sein als ein schneller Impf-Termin mit dem für mich empfohlenen Impfstoff?

Auf diesem Weg möchte ich mich bei allen – mir unbekannten – „Impfangebot-nicht-Wahrnehmenden“ bedanken, die ihre Gesundheit (und momentan damit per Dekret verknüften Grundrechten) anderen — mir ebenso unbekannten — Dingen unterordnen.

Womöglich hat mir die Anmerkung einen Vorteil verschafft, absolut flexibel bei der Terminvergabe und bei Bedarf sogar kurzfristig verfügbar zu sein. Wie andere das handhaben kann mir objektiv egal sein, doch einem Impftermin werden von mir alle andere Termine ohne Diskussion untergeordnet.

Wobei ich schon neugierig wäre, was im Augenblick wichtiger als das sein kann, was neben dem persönlcihen Schutz gleichzeitig die Eintrittskarte für eine gewisse Normalität ist. Mir fällt trotz längerem darüber Grübeln kein einziger Grund ein, der einen Aufschub auf „wenn es besser passt“ rechtfertigen könnte.