Impfstopp!

Erstellt: 16.03.2021  Lesedauer 1 - 2 Min.

Herr Span hat einen „Impfstopp“ mit AstraZeneca-Impfstoff verhängt. Welche Gründe könnte er „wirklich“ haben?

Am Sonntag hatte die CDU ziemlich verheerende Wahlen in zwei Bundesländern. Das „Super-Wahljahr“ beginnt daher für die Span-Truppe super in die falsche Richtung. Für Ihn selbst läuft es momentan ebenfalls suboptimal. Im entgleitet der anfänglich vermeintlich so brillant beherrschte Job immer mehr. Oder es wird sichtbar, dass er nie wirklich die Kontrolle hatte – lediglich über ein Bild von ihm, dessen Farben jetzt abbröckeln. Es wird erkennbar, dass er eventuell eine viel zu schlechte Leinwand ist.

Also ist Image-Pimping ein immer zentralerer Punkt seiner Auftritte. Er positioniert sich als fürsorglicher Gesundheitsminister, der mögliche 0,0004%1 schwere Impfreaktionen als hinreichenden Grund ansieht, für 99,9996% der Bevölkerung die Chance auf eine Impfung signifikant zu verringern. Was zweifellos erst einmal besser aussieht, als ein völlig planloser Gesundheitsminister, der einräumen muss, dass das mit der Impfkampagne ein zentrales Problem hat: Viel zu wenig Impfstoff.

So gesehen macht Herr Span womöglich lediglich aus der Not eine Tugend. Etwas „stoppen“, das nirgends richtig rollt, oder sowieso in den nächsten Wochen von allein wie eine Quelle ohne Regen versiegen würde, erfordert keine große Kraftanstrengung. Den Schutzpatron zu mimen ist politisch unkritischer, als einen Regentanz bei wolkenlosem Himmel aufzuführen.

Was er ja schon einige Male gemacht hat. Sein letzter Voodoo-Tanz „kostenlosen Selbsttests für jeden jede Woche“ haben die Götter jedenfalls überhört. Er hätte wohl doch bei seiner Ankündigung einem Huhn vor laufenden Kameras den Kopf abbeißen müssen.

Dagegen ist so eine Absage von etwas, das bisher nirgends wirklich stattfand, doch deutlich zivilisierter und zumindest für die eigene politische Karriere gesünder.

Allerdings dürfen wir sehr gespannt sein, wie er uns nächste Woche erklärt, weshalb das AstraZeneca-Vakzin in Wahrheit ganz toll ist, die 0,0004% mit Hirnblutungen doch eigentlich fast nix, zumindest tolerabel sind, im Vergleich zum Nutzen. Dass nach dieser „Schlechtmach-Aktion“ kaum jemand Lust auf Impfstoff haben dürfte, bei dem immerhin eine 400x größere Chance auf Hirnblutung als auf einen Lottogewinn besteht, blendet er dabei aus.

Mal schauen was „Mutti“ macht, wenn sie durchgerechnet hat, dass es ohne AstraZeneca eng werden könnte mit dem Versprechen, dass alle Bundesbürger die wollen, rechtzeitig vor der Bundestagswahl geimpft wären.

Wenn parallel der Olaf seinen Kumpel Gerd anruft, der möge seinem Kumpel Wladimir wegen Sputnik anklingeln, der dann mal eben ein paar bis in die letzte Ritze mit Vakzin vollgestopfte Antonows vor laufenden Kameras auf dem BER einschweben lässt – dann sieht die CDU richtig alt aus. Und Jens Span erst…

Das Bild stammt von Pixabay.

1Von bisher 1.700000 Geimpften wurden bei 7 mutmaßliche Effekte gemeldet, die im Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten sein sollen. Zum Vergleich: In England wurden bisher rund 10x so viele geimpft – da gibt es keine bekannten Fälle dieser Art.